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Warum FAST Prototyping nicht RAD (Rapid Application Development) ist… und warum wir lieber SCRUM einsetzen

06 Mar

Innerhalb der WebGate Consulting AG, meinem Arbeitgeber, sind wir es gewohnt, wichtige Themen kontrovers zu diskutieren. Dabei werden natürlich auch Argumente von Spezialisten ins Feld geführt. Eine solche Diskussion hat mich zu folgendem Video geführt:

Natürlich bin ich nicht mit allem Einverstanden, was Herr Goslin innerhalb dieses Videos sagt, aber vieles davon hat mich zum Nachdenken angeregt. Vorallem die Aussage, dass ein Prototyp weggeschmissen wird, und danach wird nochmals neu begonnen. Gemäss James Gossling ist das Ziel eines Prototyps zu sehen, ob etwas so funktionieren kann, während Entwicklung mit Architektur und Engineering zu tun hat.

Ich glaube, dass wir gerade in der Notes / Domino Welt bezüglich FAST Prototyping und RAD einen grossen Fehler gemacht hatten. Betrachtet man RAD nämlich unter der Lupe, so sind im RAD sehr viele Ähnlichkeiten zu SCRUM zu entdecken. Und dabei geht es NICHT darum einen Prototypen zu bauen, sonderen Elemente um Element wird lauffähige Software entwickelt. Auch wenn dem Endkunden in kurzen Zyklen jeweils ein lauffähiges Element seiner Software gezeigt wird, sollte bei RAD vom Endprodukt her entwickelt werden.

Nun wird aber schon in der Beschreibung von RAD das Wort Prototype verwendet, was nicht sehr förderlich ist. Das Problem beim Prototype ist, dass “Abkürzungen” gemacht werden. So werden zum Beispiel Schichten vermischt oder gar übersprungen. Error Handling wird nicht implementiert und noch vieles weiteres wird nicht korrekt umgesetzt. Das gleiche Problem ergibt sich auch den vielen CodeSnippets, die im Internet herumschwirren. Die Snippets zeigen eine isolierte Funktionsweise eines Elementes auf. Auch hier werden einfach starke Vereinfachungen gemacht.

Wer jetzt bereits bei SCRUM nachgeschaut hat, fragt sich sicher, was denn anderst ist als bei RAD. Nun für mich ist eines der signifikaten Elemente, dass der Fokus auf den Stories des Users liegt. In kurzen Sätzen (3 Zeiler) definiert der Kunde, was er will. Und er gewichtet, was er haben will. Der Architekt der Software hingegen ermittelt die Abhängigkeiten der Stories und kann so aufgrund der Kundengewichtung ermitteln, welche Stories wie miteinander zusammen hängen. Das iterationsbasierte Vorgehen liefert dem Kunden lauffähige Software mit abgeschlossenen Userstories. Und abgeschossen heisst eben: ABGESCHLOSSEN. Kein Prototype, sondern es ist für die Userstorie alles umgesetzt und es wurde (da auch hier der Scope auf dem Endzustand ist) eine saubere Architektur und korrekte Entwicklungsprinzipien umgesetzt.

Mit dem Fokus auf die Userstory wird automatisch auch der Fokus auf den Kundennutzen gelegt. Ich glaube dies hilft auch in der Offertphase. Die Frage ist dann nämlich ganz simpel, ist die Umsetzung der Userstories die Offerte wert? Ist mein Nutzen so gross, dass ich sehr gerne das Geld ausgebe?

 

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